Archiv 2005

zum Tod von Pfarrkurat Franz Kramer

Am 21. November haben wir in einem festlichen Requiem im Görlitzer Krematorium von ihm Abschied genommen. Am 17. November war er nach langer Krankheit in Görlitz verstorben.

Dekan Johannes Urbisch, Berlin, zeichnete in seiner Ansprache den Lebensweg unseres Bruders in Dankbarkeit auf. Die Alt-Katholiken in Sachsen haben Pfarrer Kramer Mitte der 90er Jahre kennengelernt, als er mit seiner Frau Irene aus Kempten nach Görlitz in die Nähe seiner Heimat kam.

In Breslau war er 1932 geboren. In Kempten im Allgäu hatte er zusammen mit seiner Frau die dortige alt-katholische Gemeinde aufgebaut und eine Kirche gebaut. Als Pensionär war er auch in Sachsen aktiv. Als Seelsorger war er vor allem im Raum Niederschlesien tätig.

Er war im Kirchenvorstand und in der Leitung des Fördervereins. Viele Jahre hat er unsere Kirche in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen vertreten. Mit viel Energie und großem Einsatz organisierte er Hilfsprojekte für unsere Nachbargemeinden in Tschechien und Polen. Große Aktivitäten entwickelte er u.a. bei der Restaurierung der Kirchenfenster in der alt-katholischen Bischofskirche in Warnsdorf.

Auf die Initiative von ihm und seiner Frau Irene entstand in der Görlitzer Frauenkirche die so genannte "Mittagsrast", ein ökumenisches Mittagsgebet, das über seine Krankheit und seinen Tod hinaus zum gottesdienstlichen Leben der Neißestadt gehört. Mit seiner Frau gehörte er zu den Gründungsmitgliedern des Fördervereins zum Erhalt der Görlitzer Frauenkirche. Er erlernte die polnische Sprache. um bei seinen vielen Reisen nach Polen Zeichen der Verständigung zu setzen.

Das alles wird seinen Tod überdauern und vielen Menschen in dankbarer Erinnerung bleiben. Franz Kramer war ein "Kämpfer". Das hatte auch manchmal zur Folge, dass nicht jeder gleich seinen Weg mitgehen konnte.

Am Beginn der Trauerfeier erinnerte Pfarrer Gersch daran, dass der Gottesdienst die ,,Dankfeier“ der Kirche ist. Und wörtlich: ,,Wir danken Gott, dass er uns dieses Leben geschenkt hatte und wir danken Franz Kramer für seinen Einsatz.“ In der Präfation haben wir gesungen: "Denn deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben gewandelt und nicht genommen!"

 

Ein Auto für unsere Gemeinde

Wegen eines Getriebeschadens auf der Fahrt zum Dekanatstag am 11.06.2005 nach Berlin musste unser ,,Gemeindeauto“, der grüne Kango, aus dem Verkehr gezogen werden. Der Schaden war unbezahlbar. Seitdem konnten viele Seelsorgsaufgaben wegen der großen Entfernungen nicht in vollem Umfang geleistet werden. Durch die Schenkung eines Gebrauchtwagens von einem verstorbenen Gemeindemitglied steht uns nun wieder ein Auto zur Verfügung. Dafür sind wir sehr dankbar.

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Ökumenische Gottesdienste in Dresden und Herrnhut

Beim ökumenischen Gottesdienst zur Wiedereinweihung der Dresdner Frauenkirche hat unsere Gemeinden Gerd Kleber als Kirchenvorstand vertreten.

Am 1. Advent war die Eröffnung der Aktion ,,Brot für die Welt“ in einem ökumenischen Gottesdienst in der Brüdergemeine in Herrnhut. Bei diesem Gottesdienst waren Gerd Kleber und Jörn Stoffers anwesend.

Unsere Kirche ist Mitglied in der Diakonie der Freikirchen. Spenden für das Hilfswerk ,,Brot für die Welt“ können nach den Gottesdiensten in eine Spendendose gegeben werden oder unter dem Kennwort "Brot für die Welt“ auf das Gemeindekonto überwiesen werden.

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Treffen der Familien und jüngeren Gemeindemitglieder in Niederbobritzsch

Das Bußtagtreffen dieser Gruppe fand in diesem Jahr in Niederbobritzsch statt. Thomas Dick hatte uns in das Ausbildungszentrum eingeladen, dessen Leiter er ist.

Im Mittelpunkt stand ein interessanter Vortrag von Dr. Friedmar Kreuz über seine Arbeit in der Humangenetik.

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Weihejubiläum der Großschönauer Kirche

Im Oktober feierte die evangelische Gemeinde das 300. Weihejubiläum ihres barocken Gotteshauses. Seit der Vertreibung sind die Alt-Katholiken in dieser Kirche zu Gast.

Pfarrer Gersch bedankte sich in der Grußstunde dafür, dass unsere Gemeinde sich in der Kirche immer zu Hause fühlen durfte. Hermann Löhnert als Kontaktmann der Alt-Katholiken in der Region hat unsere Gemeinde bei allen Veranstaltungen vertreten.Erntedank mit Gästen

Nicht nur wir waren im Jahr 2005 bei der tschechischen Nachbargemeinde zu Gast. Im Erntedankgottesdienst in der reich geschmückten Kirche in Großschönau konnten wir Gäste aus den Gemeinden Varnsdorf und Gablonz begrüßen. Pfarrer Solloch, Warnsdorf und Pfarrer Gersch feierten gemeinsam die heilige Messe.

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Erzbischof von Utrecht in Varnsdorf

Am Sonntag, dem 16.10.2005 war zum Alt-Katholischen Gottesdienst in Varnsdorf (Tschechien) ein Gast erschienen, mit dem man eigentlich nicht gerechnet hatte: Joris Vercammen, der Erzbischof von Utrecht und Primas der Alt-Katholischen Kirche der Utrechter Union.

Zwar waren schon seit einer Woche Gerüchte und Geraune in der sächsischen Nachbargemeinde umgegangen: „Der Erzbischof kommt!“, und so hatte sich auch eine ganze Anzahl sächsischer Alt-Katholiken in Varnsdorf eingefunden. Aber da der Erzbischof sich eigentlich privat und nicht in amtlicher Funktion in Prag aufhielt, ist es vielleicht nur dem „sanften Drängen“ des tschechischen Bischofs Dusan Hejbal zu verdanken, dass Erzbischof Vercammen ihn bei diesem Pastoralbesuch begleitet hat.

Der Gottesdienst in der alten Bischofskirche von 1874 (übrigens das älteste von Alt-Katholiken erbaute Gotteshaus außerhalb des Erzbistums Utrecht) wurde denn auch dem Anlass entsprechend feierlich und würdig gestaltet. Mit der Taufe eines jungen Mannes und sieben Firmungen von Jugendlichen wie von Erwachsenen durch Bischof Hejbal ist erkennbar geworden, welch regen Zulauf die Alt-Katholische Kirche in der Tschechischen Republik findet.

Die Würdigung dieses Wachstums mag ein weiterer Grund für Erzbischof Vercammen gewesen sein, diesen Gottesdienst mitzufeiern.

Bei der Eucharistiefeier, die in Tschechisch und Deutsch gehalten wurde, kamen einmal mehr jene Elemente zum Tragen, die das Bistum Varnsdorf (Vorläufer des heutigen tschechischen Bistums) zu einer Besonderheit in der Alt-Katholischen Kirche werden ließen: Seine Mehrsprachigkeit, seine vielfältigen ökumenischen Beziehungen, seine in vielen Punkten schmerzhafte und tragische Geschichte und seinen häufigen „Querstand“ zu den Strömungen der Zeit.

Deutlich wurde dagegen in der Predigt von Bischof Hejbal über die Frage an Jesus um die Steuerzahlung, wie auch in der von Erzbischof Vercammen geleiteten eucharistischen Feier, dass die wahre Katholische Kirche alle Grenzen sprengt. Besonders konnten die Gottesdienstbesucher dies wahrnehmen, als am Altar ein niederländischer und ein tschechischer Bischof und dazu ein tschechischer und ein deutscher Priester gemeinsam die Einsetzungsworte sprachen.

Mit dem Schlusssegen, den der Erzbischof übrigens in Niederländisch erteilte, endete ein Gottesdienst, der allen Beteiligten – nicht nur den Firmlingen und dem Täufling – sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Den Firmlingen, weil sie damit in die volle Gemeinschaft der verantwortlichen Christen aufgenommen wurden; dem Täufling, weil er zur Gemeinschaft der Kirche unwiderruflich „Ja“ gesagt hat; den Liturgen, weil ihnen das herausragende und zugleich persönlich liebenswerte Wesen des Erzbischofs so sehr deutlich wurde, und allen anderen Gottesdienstbesuchern, die ihren Glauben einmal auf so feierliche und erhebende Art „einfach leben“ konnten.

Ein ganz besonderer Dank gilt hier auch noch jenen Varnsdorfer Gemeindegliedern, die zum leiblichen Wohl aller Versammelten beigetragen haben.

Jörn Stoffers

mehr Bilder unter:
http://www.starokatolicivdf.com

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Ökumenischer und internationaler Gottesdienst in Varnsdorf

Eine große Anzahl von Gemeindemitgliedern aus Großschönau, Görlitz und Dresden folgten der Einladung der tschechischen Gemeinde in Varsdorf ihr Patronatsfest im Beisein und unter der Leitung des Alt-Katholischen Bischofs der tschechischen Kirche Dusan Hejbal zu feiern.

Zum in gewohnt lockerer und feierlicher Atmoshäre verlaufenden Gottesdienst waren auch Gläubige der evangelischen Gemeinde Varnsdorf gekommen.

Viele hörten auch zum ersten Mal die sich klanglich im guten Zustand befindliche Orgel.

Herzlichen Dank Pfarrer Roland Solloch und seiner Gemeinde für all die Mühe, die sie sich wieder Rund um das Fest gemacht haben!

 

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Dekanatstag 2005 in Berlin

"Ein Schiff, das sich Gemeinde nennt"

Unter diesem Thema fand der diesjährige Dekantatstag in Berlin statt.

Nach einer Ankommensrunde und einem kleinen Mittagsimbiß begaben sich die Teilnehmer tatsächlich auf ein Schiff - und zwar für ca. 3 Stunden auf ein Ausflugsschiff um Berlin und seine neue Mitte aus einer ganz anderen Perspektive kennenzulernen.

Im Gemeindezentum wieder angekommen fand eine Lichtvesper mit Taize-Gesängen statt - eine außergewöhnliche Erfahrung für die Nicht-Berliner.

Schon das anschließende Abendessen (mit biblischen Speisen) wurde rege zum Gedankenaustausch genutzt was sich im Anschluß in lockerer Runde fortsetzte.

Höhepunkt war dann der Gottesdienst am Sonntagmorgen.

Pfarrer Urbisch Gesprächsrunde

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Ökumenischer Waldgottesdienst in Lohmen

"Was mich bewegt"

Unter diesem Thema stand am 12. Juni unser Treffen mit der evang. Gemeinde Lohmen bei Pirna.

Direkt neben der rauschenden Wesenitz zwischen Felsengebilden hatte sich eine große ökumenische Gemeinde versammelt.

Ausgehend von Psalm 36: ,,Bei dir ist die Quelle des Lebens“ wurde es in der Verkündigung vom evang. Pfarrer Stemmler sehr praktisch. Alle hatten ein kleines Mühlrad zum Selberbauen in den Händen. Auf die Flügel konnte jeder schreiben, was ihn in seinem Leben im Glauben bewegt hat. Im fließenden Wasser kamen die vielen Räder dann wirklich zum Laufen. Die gemeinsame Eucharistiefeier leitete Pfarrer Gersch.

Bei einer schmackhaften Suppe danach kam es zu vielen interessanten Gesprächen. Immer wieder kam die Frage nach unserem alt-katholischen Glaubensverständnis: Was wir sind und was wir wollen?

Die Wassermühle war für alle zur Besichtigung geöffnet. Vor der Heimreise folgten wir einer Einladung der Familie von Dr. Kreuz in Doberzeit bei Pirna zu Einer gesprächsreichen Kaffeerunde in Ihrem Zuhause.

Alle waren sich einig, dass es nicht das erste und das letzte Mal war, dass wir einen solch schönen Tag miteinander verbrachten.

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Feierliche Osterliturgie

Gemeinsam mit der tschechischen Partnergemeinde Warnsdorf (Varnsdorf) feierten wir die Osternacht.

Zuvor versammelten wir uns gegen 16.00 Uhr an der tschechischen Alt-katholischen Kirche in Varnsdorf und begannen von dort einen Kreuzweg über den Kreuzberg bei St. Georgenthal (Jiretin). An den barocken Darstellungen über die Einsetzung des Abendmahles und die verschiedenen Stationen des Leidens und der Auferstehung Christi konnten wir sehr bildhaft nachdenken. NBesonders für die Kinder gab es Antworten auf die Frage "Was ist Ostern eigentlich?"

Zu Ostern Schnee: typisch Lausitz - der St. Georgenthaler Kreuzberg hat es "in sich"

Kurze Andachten an jeder Station

Die Osterliturgie begann 21.00 Uhr mit dem Osterfeuer und dem Entzünden der Osterkerze. Tschechisch und deutsch erklang die Osterbotschaft in der Osternacht vor und in der Alt-Katholischen Kirche Varnsdorf. Die Osternacht mit ihren Symbolen von Licht und Feuer war für alle - es war extra eine größere Gruppe aus Werdau angereist - ein großes Erlebnis. Einigkeit besteht darin, daß dies eine Tradition werden soll. Ganz herzlichen Dank der tschechischen Gemeinde und Pfarrer Roland Solloch für die gewährte Gastfreundschaft.

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