Archiv 2011

Klausurtage des Kirchenvorstandes in Leipzig - 09./10. Dezember 2011

„Visionen haben“ – so lautete das Motto der ersten Klausurtagung des sächsischen Kirchenvorstandes.

In adventlicher Vorfreude genossen die Kirchenvorstände gemeinsam mit Diakon Gilbert Then und Pfarrer Jens Schmidt die Gastfreundschaft der Dominikaner in deren Kloster in Leipzig.

Zwei Tage waren Zeit, um einfach einmal „rumzuspinnen“ – wie es so treffend benannt wurde.

- Wie soll unsere alt-katholische Gemeinde in Zukunft aussehen?

- Was hat sich bewährt, was sollte man verändern in unsere Gemeinde?

- Wie erreichen wir mögliche neue Interessenten?

Am Ende stand eine gesunde Mischung aus "Traditionen erhalten“ und „Neue Wege beschreiten".

So wird auf alle Fälle die Tradition bleiben, gemeinsam die Kar- und Ostertage in einem Selbstversorgerhaus in der Oberlausitz zu verbringen, zu denen wir auch Mitglieder und Freunde aus anderen christlichen Gemeinden herzlich einladen möchten!

Bleiben soll auch unser Miteinander mit der tschechischen Gemeinde in Varnsdorf.

Und wie war das mit den Visionen? Fachvorträge, Beteiligung beim Tag der Sachsen, Engagement bei „Donum vitae“, Kampf mit dem örtlichen Bauamt ob des Anbringens eines Schaukastens, „Spezialgottesdienste“, CSD-Stand-Betreuung ….

Visionen? Viele! Umsetzung? Möglich. Kraft und Geld dazu? Brauchen wir.

 

Gemeindetag 2011 im Deutschen Bundestag in Berlin

In den vergangenen Jahren wurde es Tradition, dass unsere Gemeinde den Buß- und Bettag gemeinsam verbringt.

In diesem Jahr wollten wir uns nun damit beschäftigen, ob und wie Ziele des konziliaren Prozesses politisch umgesetzt werden.

Dazu wurde der diesjährige Gemeindetag als eine Begegnung im Deutschen Bundestag gestaltet.


 

Taufe

Am Sonntag, den 30. Oktober, wurde während des sonntäglichen Gottesdienstes der 9jährige Benjamin Hülße getauft.
Durch den Religionsunterricht kam Benjamin in Kontakt mit dem christlichen Glauben und äußerte dann den Wunsch getauft zu werden.


 

Mit Jona unterwegs - 3. Religiöse Kinder– und Jugendwoche der sächsischen Gemeinde

von Diakon Gilbert Then

Dieses Jahr begleiteten wir zur diesjährigen Kinder- und Jugendwoche Jona aus dem gleichnamigen biblischen Buch auf seinem Weg nach Ninive. Die Tage verbrachten wir auf dem Fuchsberg in Schirgiswalde/Oberlausitz. Bei sonnigen Herbstwetter konnten wir die Zeit draußen mit Spielen und Wandern verbringen. Jeden Tag gab es Wunschessen. Pizza durfte nicht fehlen, die sich jeder selbst belegen konnte. Abends fand eine Vorstellung im selbstgebastelten „Theater aus der Kiste“ statt.

In den Morgen- und Abendrunden beschäftigte uns Jona mit seinem merkwürdigen Verhalten, Matrosen die plötzlich an Gott glaubten, ein Fisch der Jona rettet und eine Stadt voller Menschen, die überraschender Weise auf Jona hören und ihr Leben ändern wollen. Spannend war auch die Geschichte vom Rizinusbaum, in der dem Jona ein Gleichnis erzählt wird, da er über die Rettung der Menschen von Ninive nicht gerade erfreut ist. Das Buch Jona eine alte Lehrerzählung, die sich lohnt mal wieder zur Hand zu nehmen. Denn, das Gott alle Menschen retten will, ist auch für uns heute manchmal schwer zu begreifen. Dafür vielleicht eher dieser Jona, der eigentlich wie einer von uns ist, die wir unseren Weg durchs Leben immer wieder neu suchen, weglaufen möchten und manchmal schon auf außergewöhnliche Rettungsangebote angewiesen sind.

Mut braucht es in jedem Fall, besonders auch als Christ in der Diaspora. 11 Kinder, Getaufte und nicht Getaufte erlebten spannende Tage mit diesem einzigartigen Buch der Bibel.

Alle waren sich einig die Kinderwoche 2012 kommt bestimmt!

 

Kirchenvorstandswahl 2011

Die Ergebnisse der Kirchenvorstandwahl und ein Überblick über die Funktionen einzelner Mitglieder können sie hier nachlesen.

 

Eine eindrucksvolle Taufe - Frau Sarah Debusmann aus Annahütte schildert ihre Erlebnisse

Am 20. August 2011 ließen wir unsere Tochter Lilly in Annahütte in der wunderschönen Henriettenkirche taufen.

Es war ein großartiges Fest und die Stimmung in der Kirche war familiär und ausgesprochen entspannt. Trotz der Zeitverzögerung – denn das warme Wasser ging uns zum Befüllen des Taufbeckens zur Neige und da Lilly eine Taufe durch Untertauchen bekommen sollte, lag die Priorität darin, es wohl temperiert zu gestalten und den Faktor Zeit einfach mal bei Seite zu schieben. Es stellte sich jedoch im Nachhinein heraus, das sich das Warten lohnte, da durch diese Art des Taufens, der Weg für Lilly in die alt-katholische Gemeinde ein ganz besonderer wurde!

Als es soweit war, bat Pfarrer Schmidt alle Kinder mit nach vorne zum Taufbecken und Lillys Papa und ich machten sie startklar für den großen Moment. Ich muss zugeben, das ich ein wenig auf ihre Reaktion gespannt war. Aber als ich sah wie liebevoll unser Pfarrer Lilly zu sich auf dem Arm nahm, sie ihm mit einem Lächeln signalisierte, daß sie im vertraute, wusste ich dass diese Art der Taufe eine wunderbare Entscheidung war - eine besondere Taufe, für das Beste was mir im Leben widerfahren ist. Als sie wieder auf meinem Arm war, schaute sie gespannt zurück auf das wunderschön dekorierte Taufbecken und machte eher den Eindruck von: “noch mal!!!!“

Das Feedback unserer Gäste bestätigte meine Entscheidung erneut, vor allem das der Leute, welche voreilig die Nase rümpften als sie hörten, dass ich Lilly durch untertauchen taufen lassen wollte. Sie waren alle begeistert von der einmaligen und schönen Zeremonie.

Nun ist der erste Schritt gemacht und ich hoffe das Lilly, so wie ich als Kind, eine starke Vertrautheit, Geborgenheit und einen auffangenden Zufluchtsort in der alt-katholischen Gemeinde und der Kirche findet!

 

Nachruf zum Tod von Pfarrer Mittelhaus von Gerd Kleber

Kurz nach seinem 71. Geburtstag, am 4. August 2011, verstarb in Böhlen bei Leipzig der evangelische Pfarrer Dieter Mittelhaus, ein guter Freund unserer alt-katholischen Gemeinde in Sachsen.

Er gehörte der evangelischen Michaelsbruderschaft an, die sich unter anderem die Pflege des liturgischen Lebens als Aufgabe gestellt hat. Das war einer der Gründe, die ihn auch zu unserer Kirche Kontakt aufnehmen ließ.

Soweit bekannt, begann seine Verbindung zur altkatholischen Gemeinde Ende der 70er Jahre als Klemens Haas Pfarrer in Leipzig war. Als das gottesdienstliche Leben in Leipzig in den 1990er Jahren wieder aufgenommen wurde war Dieter Mittelhaus regelmäßig dabei, auch als Konzelebrant stand er mit am Altar.

Wie sehr er uns verbunden war, zeigt auch, dass er die gottesdienstliche und seelsorgliche Betreuung für Leipzig und Werdau übernahm als unser Pfarrer Manfred Gersch sich einer Hüftoperation unterziehen musste und längere Zeit seinen Dienst nicht ausüben konnte.

Mehrere Jahre haben wir als alt-katholische Gemeinde die Osternacht in Rötha bei Leipzig mit der dortigen evangelischen Gemeinde gefeiert, ein Ergebnis der guten Zusammenarbeit von Dieter Mittelhaus und Manfred Gersch.

1999 ging er in den Ruhestand. Die Bezeichnung „i.R.“ hieß bei ihm wohl nicht in Ruhe, sondern eher in Ruf– oder Reichweite, denn er versah noch vielfach geistige Aufgaben in Vertretung, so auch -wie schon erwähnt– bei uns. Leider verschlechterte sich sein Gesundheitszustand in den letzten Jahren und mehrere Schlaganfälle haben dann für seinen viel zu frühen Heimgang geführt.

Unsere Gemeindemitglieder werden ihn immer in guter Erinnerung behalten.

Herr, gib ihm die ewige Ruhe und das ewige Licht leuchte ihm. Lass in ruhen im Frieden.


Seltenheit: ein (alt-)katholischer Pfarrer heiratet in und mit seiner Gemeinde

Ein Jahr nach der standesamtlichen Trauung in Rheinberg spendeten sich nun Tanja und Jens Schmidt hier in Sachsen das Sakrament der Ehe. Pfarrer Ingo Reimer (in Vertretung des erkrankten Pfarrer Luttermann[Berlin]) aus Essen und Pfarrer Roland Solloch aus Varnsdorf leiteten den Gottesdienst in der vollbesetzten Kirche in Dresden-Weißig.

 

Neues Vortragekreuz zum Jahr der Taufe

Zu Beginn des Gottesdienstes am Palmsonntag in Dresden wurde das neue Vortragekreuz unserer Pfarrei gesegnet und zum ersten Mal während der Palmprozession in Dienst genommen.
Das neue Vortragekreuz ist das Geschenk eines Gemeindemitgliedes an die Pfarrei.


Es ist ein schlichtes, modernes und doch aussagekräftiges Kreuz. Das eigentliche, aus blauem Acrylglas geschaffene Kreuz, ist eingefasst in schlichtem Edelstahl.
Christus ist stilisiert dargestellt durch die Durchbrechung des blauen Acrylglases, dass durch den jeweiligen Sonneneinfall wunderbar leuchtet.
Dieses strahlende Blau erinnert auf der einen Seite daran, dass die Farbe unserer Kirche Blau ist. Auf der anderen Seite erinnert dieses Blau an das Sakrament der Taufe, dass alle christlichen Kirchen miteinander verbindet.

 

 

 

33. Deutscher Evangelischer Kirchentag - „ …da wird auch dein Herz sein“

Ein kurzer Bericht unseres Pfarrers Jens Schmidt können Sie hier lesen:

 

Nachlese

Der 33. Evangelische Kirchentag in Dresden unter dem Thema „…da ist auch dein Herz“ ist mit einem wunderschönen Gottesdienst am Elbufer der Altstadt zu Ende gegangen.
Es wird gesagt, dass 120.000 Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder als so genannte Dauergäste den Kirchentag mitgefeiert haben. Dazu kamen unzählige Menschen als Tagesgäste.

Was bleibt, nach dem Kirchentag, vom Kirchentag, in meinen Erinnerungen?
Welche Impulse gehen von diesem Kirchentag für das Leben unserer Gemeinden aus?
Haben wir uns als alt-katholische Kirche im Kontext der Ökumene genug eingemischt, Präsenz und damit Gesicht gezeigt?

Es ist Donnerstagabend, Christi Himmelfahrt. In der Diakonissenhauskirche, in der wir als alt-katholische Gemeinde seit über 30 Jahren unseren Sonntagsgottesdienst feiern wird die sogenannte Lima-Liturgie gefeiert. Die 400 Sitzplätze reichen nicht aus. Menschen stehen in den Gängen und auf dem Vorplatz. Die Sehnsucht nach Einheit in Verschiedenheit wird deutlich. Und das es möglich ist. Ich fühle mich an eine Aussage erinnert, die ich in diesen Tagen zu hören bekam. Sie lautet:

"Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht, und hat es gemacht."

Durch diese Eucharistiefeier in ökumenischer Verbundenheit wurde deutlich dass manches schon möglich ist, wenn man es nur wirklich möchte.

Doch nun frage ich mich, was bleibt pastoral und seelsorglich vom Kirchentag übrig. Was nehmen wir mit für den Gemeindeaufbau in Dresden.

Schon Monate vorher wurde darüber gesprochen, wie wir uns als alt-katholische Gemeinde in diesen Kirchentag einbringen können. Unterschiedliche Meinungen stießen aufeinander, gerade bei den Überlegungen ob wir uns als Gemeinde bei der Feier der Tagzeitenliturgie und dem Nachtcafé beteiligen.

Letzten Endes haben wir uns beteiligt und sind dankbar für die Begegnungen und Gespräche mit den Menschen, die zur Feier der Tagzeitenliturgie in unsere Kapelle und zum Nachtcafé in unser Gemeindezentrum kamen.

Beides zeigt mir jedoch wie unbekannt unsere alt-katholische Gemeinde noch immer in Dresden ist. Die Gemeinde sollte jede Chance und Möglichkeit nutzen, um in der Öffentlichkeit präsenter zu sein. Wie dies geschehen kann, wird sicherlich eine Hauptaufgabe des Kirchenvorstandes werden.

Bitte schauen Sie sich hier ein paar Bilder an, u.a. von der o.g. Eucharistiefeiern (mit Bischof Dr. Matthias Ring).

 

Gemeinsame Kar- und Ostertage 2011 in Sachsen

Ein Bericht von Petra Gerber aus Leipzig

Zur Feier der heiligen drei Tage treffen sich Gemeindemitglieder und Freunde seit einigen Jahren in einem Selbstversorgerhaus, nicht zuletzt, um in der extremen Diasporasituation zumindest ein Angebot von Gemeinschaft und vollständiger liturgischer Feier der Tage zu haben. Ich war als nach Sachsen Zugewanderte zum ersten Mal dabei – gemeinsam mit meiner nicht getauften und nicht gläubigen Partnerin – ein Experiment.

38 Personen hatten sich angemeldet zu dem diesjährigen Gemeindetreffen in Lückendorf. Trampolin und Schaukel luden nicht nur Kinder ein.

Vorweg fragte ich mich: Wo ist Lückendorf? Im Zittauer Gebirge, direkt an der tschechischen Grenze – dort kann man einmal mehr hautnah erleben, was grenzenloses Europa bedeutet: Wanderwege wechseln alle paar Meter von hüben nach drüben und zurück, allenfalls kleine Grenzsteine weisen darauf hin. Landschaftlich sehr reizvoll, ist die Gegend eine Reise wert!

Wir fuhren am Gründonnerstag von Leipzig nach Lückendorf, abends fand eine stimmungsvolle Eucharistiefeier in der kleinen Dorfkirche statt. Das Wetter war und blieb über die Ostertage ein beinahe frühsommerlicher Traum.
Am Karfreitag trafen wir uns mit der Gemeinde in Varnsdorf, zunächst zu einem Kreuzweg und dann zu der nach dem Kaffee folgenden Karfreitagsliturgie. Beide Feiern wurden zweisprachig zelebriert. Unser Gastgeschenk: eine große Osterkerze in der gleichen Art, wie sie die sächsische Gemeinde durch das kommende Jahr begleiten wird.
Der Tag der Grabesruhe lud zu – mehr oder weniger – ausgedehnten Spaziergängen oder Wanderungen in der waldreichen Umgebung ein, aber auch zum Basteln und Ostereierfärben. Der Höhepunkt war die Feier der Osternacht draußen bzw. in der Dorfkirche Lückendorf. Getrennt haben wir uns erst spät in der Nacht, für die letzten war es früh am Morgen. Heimreise war für die meisten der spätere Vormittag des Ostersonntags, einige blieben noch bis zum Montag.

Was bleibt? Es war eindrücklich, die Tage so zu erleben, die Liturgie in ihrer ganzen Entfaltung. Erst auf diese Weise wird die Einheit dieses großen Gottesdienstes über drei Tage so recht deutlich: Abschied, Leiden, Sterben und der Jubel der Auferstehung – ein großer Bogen, der sich in der extremen Diaspora sonst vor Ort kaum darstellen lässt. Zwischendurch nicht in den normalen Alltag zurückzukehren, hat für mich auch bedeutet, nie ganz aus diesem Bogen „herauszufallen“, die Liturgie als in den Tag hinein reichend zu erleben – Liturgia und Koinonia als in einander verschränkt zu erleben.

Mein besonderer Dank gilt den Organisatoren sowie allen fleißigen Helferinnen und Helfern. Es tat gut, Gemeindemitgliedern aus den anderen Gemeindeteilen in Sachsen zu begegnen. Die Atmosphäre war offen und kommunikativ, ohne aber zu bedrängen. Meine Partnerin hat diese Tage erstmals so erlebt, fand es spannend und würde wiederkommen. Ich freue mich darüber und betrachte unser Experiment als geglückt.

 

Beginn der Taufvorbereitung für Lilly Debusmann

Am 2. April, dem 4. Fastensonntag, dem Sonntag Laetare, wurde in der Eucharistiefeier das Kind Lilly Debusmann zusammen mit ihrer Mutter Sarah Debusmann aus Annhütte in unserer Gemeinde begrüßt und willkommen geheißen.

Mit dieser Feier begann auch der Weg der Taufvorbereitung, dessen Höhepunkt die Salbung von Lilly Debusmann mit dem Katechumenenöl war, dass Bischof Dr. Matthias Ring am 31. März zusammen mit den anderen Ölen, dem Chrisamöl und dem Krankenöl in einem Bistumsgottesdienst in der Kölner Gemeinde „Christi Auferstehung“ geweiht hat.

Als Gemeinde sind wir dankbar wenn Menschen im Glauben, gemeinsam mit uns, einen Weg gehen möchten. Deswegen freuen wir uns auf die Feier der Taufe, die wir am Samstag, den 20. August um 14.00 Uhr in der Henrietten-Kirche in Annahütte feiern werden.

Video im Extrafenster

 

Alt-Katholische Gemeinde aus Köln zu Gast in Dresden

Am Samstag dem 19.03.2011 konnten wir Mitglieder der Kölner Gemeinde hier in Dresden zum gemeinsamen Gottesdienst begrüßen. Die Gruppe unter Leitung von Pfarrer Wenge war für ein paar Tage in die sächsische Landeshauptstadt gekommen.

 

Sonntag der Begegnung mit der tschechischen alt-katholischen Nachbargemeinde in Varnsdorf

Am 13. März 2011, dem 1. Fastensonntag, fand ein Tag der Begegnung mit der alt-katholischen Nachbargemeinde im tschechischen Varnsdorf statt.
Während des Gottesdienstes überreichte Kirchenvorstand Gerd Kleber der Gemeinde in Varnsdorf im Namen des Bistums eine Spende von 2000 € für caritative Zwecke.

Wie wichtig eine solche Hilfe für unsere Geschwister ist mag der Aufruf "Prosíme farníky, aby pokud mohou, laskavě uhradili do konce března církevní příspěvek 1 Kč/den za rok 2010 tedy 365 Kč (nebo alespoň část). Všem ze srdce děkujeme." - "Liebe Gemeindemitglieder, wenn sie können zahlen Sie bitte bis Ende März den Kirchenbeitrag von 1 CZK / Tag für das Jahr 2010, also 365 CZK (oder einen Teilbetrag). Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen." verdeutlichen. Rechnen Sie bitte selbst um: czk -> €

 

Frau Gerhild Kreutziger schildert ihre Eindrücke so:

Es war Herbst geworden und ich freute mich über die überdimensionale Grünpflanze, die mich im Eingangsbereich der Physiotherapiepraxis empfing, die ich wöchentlich dreimal aufsuchen muss. „Habt Ihr die heute geschenkt bekommen?“ fragte ich meine Therapeutin, die verwundert den Kopf schüttelte und meinte, wie ich darauf käme. Sie versuchte mir glaubhaft zu vermitteln, dass diese Grünpflanze bereits seit mehreren Tagen an diesem Punkt stehe und ich bereits gestern und vorgestern bei meinen Behandlungen immer unter ihr weg gelaufen sei, ohne dass ich angestoßen wäre oder den Baum umgestoßen hätte.

Es war für mich eine einschneidende Erkenntnis, dass selbstverständlich auch ich einen Filter in meinem Wahrnehmungsvermögen habe, der mir nur die Dinge zeigt, die ich kenne bzw. die für mich wirklich wichtig sind.

An genau diese Situation fühlte ich mich durch die Predigt von Pfarrer Roland Solloch erinnert, welche dieser zu unserem Begegnungstag am 13. März 2011 in der Varnsdorfer Altkatholischen Kirche abwechselnd in deutscher und tschechischer Sprache hielt.

Hinter einem Glas stand eine Kerze, deren Licht klar durchschimmerte und uns einen Eindruck von Wärme im Varnsdorfer „Kühlschrank“ (so nennen alle die Kirche wegen der unglaublichen Kälte des Gemäuers) vermittelte.

Während er sprach, füllte er das Glas mit vielerlei Symbolen. Diese standen für die Dinge, die für uns eben oft so wichtig sind, dass sie unseren Filter bestimmen, mit dem wir die Welt wahrnehmen. Wichtig sind natürlich der Arbeitsplatz, die Familie, das Haus, Geld für den Urlaub, Freunde, Bücher und vieles andere mehr. Jedes für sich genommen ließ noch genügend Licht der Kerze durchscheinen. Alles zusammen verdeckte das Licht mehr und mehr durch die Fülle der Sachen, die uns wichtig sind.

Gott in allem wird von uns oft zuwenig wahrgenommen, sein Licht kann kaum durchscheinen, wenn uns zu viele andere Werte in unserer Wahrnehmung einengen. Den Filter für unser geschwisterliches Miteinander in Gottes Gnade immer wieder neu durch Jesus zu erfahren, engt nicht ein, sondern erweitert die Sichtweise. Auch für die Nöte, in denen andere stecken.

Und so war es uns eine große Freude, der tschechischen alt-katholischen Gemeinde Varnsdorf die Spende der deutschen Synode in Höhe von 2000 € zu übergeben, die für die diakonische Arbeit vor allem mit den Geschädigten des Sommerhochwassers 2010 gedacht ist.

Wie immer waren wir Mitglieder der sächsischen Alt-Katholischen Gemeinde herzlich zum anschließenden Kirchencafe ins Varnsdorfer Pfarrhaus geladen. Dort hatte ich auch die Möglichkeit, Karolina für ihr wundervolles Cello-Spiel zu danken, mit dem sie trotz der großen Kälte Wärme in unsere Herzen im Gottesdienst gebracht hat. Ich freue mich, dass Gott ihr ein heißes Herz für die Musik und warme Hände schenkt. Auch so kann man das Licht der Welt erfahren.

 

Dresdner Gastfreundschaft - Ernst Meinhardt aus Berlin besuchte die alt-katholische Gemeinde und berichtet wie folgt:


Am 6. März 2011 war ich Gast bei den Alt-Katholiken in Dresden. Der Besuch war für mich in allen Belangen überwältigend.

Die Loschwitzer evangelische Kirche, die für einige Monate als Ausweichkirche dient, ist wunderschön. Pfarrer Jens Schmidt hielt eine hervorragende Predigt, in der er betonte, dass das Wort Gottes nicht nur gehört, sondern auch beherzigt werden möchte. Die Musik, die der Organist und das Gemeindemitglied Gustl Sandner auf der Geige spielten, war so wunderbar, dass man selbst in einer großen römisch-katholischen oder evangelischen Gemeinde neidisch werden könnte.

Schließlich die Gastfreundschaft der Dresdner Alt-Katholiken. Sowohl im Gottesdienst als auch in der anschließenden gemütlichen Runde bei Kaffee und Kuchen in einem schönen Lokal direkt am Elbeufer wurde ich von allen so herzlich aufgenommen, als hätte ich schon immer zu der Gemeinde gehört. Dabei war ich nie zuvor bei den Dresdner Alt-Katholiken. Pfarrer Jens Schmidt und Gerd Kleber, der 2. Vorsitzende des Kirchenvorstands, haben sogar angeboten, mich am darauf folgenden Sonntag ins tschechische Varnsdorf mitzunehmen, wo tschechische und sächsische Alt-Katholiken die Eucharistie gemeinsam feiern wollten. Ich habe nur deswegen ablehnen müssen, weil ich sonst in Konflikt mit meiner medizinischen Rehabilitation in Kreischa (bei Dresden) geraten wäre.

Alles in allen war mein Besuch bei den Dresdner Alt-Katholiken eine sehr schöne Erfahrung, die mir zeigt, dass es in puncto Gastfreundschaft möglich ist, Anspruch und Wirklichkeit in Einklang zu bringen.

 

Termine für das Ökumenische Miteinander der christlichen Kirchen

Am 22. Februar 2011 lud Pfarrer Jens Schmidt in das altkatholische Gemeindezentrum ein.

Alt-katholisch – Was ist das eigentlich? Was ist das Besondere, das Andere an dieser Kirche?
Und wie können wir im Dresdner Süden zum Nutzen der Stadt zusammenarbeiten? - so waren die Fragen, die er den interessierten Teilnehmern beantwortete.

 

Sternsingeraktion 2011

In den ersten Tagen des neuen Jahres waren die Sternsinger in unserer Gemeinde unterwegs, um für Menschen in Not zu singen. Bei der diesjährigen Sternsingeraktion sammelten sie 250€ für das Projekt "ADVITA - Tagespflege" am Jakob-Winter-Platz. (www.advita.de)

Jörg Hellwig, Landesvorsitzender der Deutschen Huntingtonhilfe Mitteldeutschland e.V. schrieb uns:

Sehr geehrter Damen und Herren der Alt-Katholischen Gemeinde in Sachsen,

auf diesem Wege möchte ich mich, wenn auch etwas verspätet, im Namen der Deutschen Huntingtonhilfe Mitteldeutschland e.V. für die Spende aus der Sternsinger Aktion diesen Jahres bedanken.
Es ist schön wenn man in Krankheit und Kummer nicht alleine ist.
Seit dem Jahr 2002 haben wir die Gewissheit das unser Sohn André an Chorea Huntington erkrankt ist und haben uns vorgenommen ihn bis zum Ende zu pflegen.
Alleingelassen standen meine Frau und ich nach der Diagnose da. Wir wendeten uns an die Selbsthilfegruppe Mitteldeutschland und bekamen dort alle Hilfe die wir brauchten.
Um auch anderen zu helfen stelle ich meine restliche Kraft die mir noch bleibt dem Verein, nun auch seit 3 Jahren als Vorsitzende, zur Verfügung.
In dieser Zeit ist Herr Dr. Kreuz zu einem engen Vertrauten geworden der mir mit seinem fundierten Wissen, aber auch mit persönlichem Rat zur Seite steht.
Nochmals unseren Dank.

Ich wünsche der Alt-Katholischen Gemeinde viel Kraft und verbleibe mit freundlichen Grüßen!