Archiv 2014

 

Gott in der Manege von Joachim Debes

In diesem Jahr stand der Gottesdienst im Dresdener Weihnachtszirkus unter dem Motto „Gott ist auch in der Manege zu finden“.

Ausgehend vom Weihnachtsevangelium deutete Pfarrer Schmidt in der Predigt die Manege des Zirkus als Sinnbild für die Manege der Welt. Er sagte: „In Betlehem entdecken die Hirten Gott im Kind Jesus. Sie entdecken ihn nicht im Zentrum, nicht im Außergewöhnlichen, sondern in einem Baby, das am Rand der Gesellschaft geboren wird. Gott selbst sucht sich den Rand aus, um Mensch zu werden. Hier zeigt sich Gott in besonderer Weise. Betlehem möchte zu einer Seh-Hilfe werden, um das Geheimnis der Menschwerdung Gottes zu begreifen.
Die Menschwerdung Gottes kann heute an allen Orten geschehen. Deswegen ist für mich Gott auch hier zu finden, unter der Zirkuskuppel. Denn das, was wir hier sehen, hören und erfahren, möchte unser Leben zu einem mehr an Menschsein verhelfen. Wenn wir nachher am Ausgang zu Beteiligten werden, durch das was hier geschehen ist. Wenn wir zu Artisten in der richtigen Manege unseres Lebens werden. Dazu gehört, dass Menschen unterschiedlicher Nationen unter diesem Zeltdach zusammen leben und arbeiten."

Das ist für mich ein unglaublich starkes, gutes und schönes Zeichen. Mit Blick auf die PEGIDA-Demonstrationen, die seit Wochen Menschen in Bewegung setzen, sagte er weiter in der Predigt:„Es ist ein gutes und schönes Zeichen in einer Zeit, in der Nationalismus neu aufkeimt. Hier in Dresden und in Sachsen können wir seit Wochen ein Lied davon singen. Die Artisten wissen, wenn jede und jeder sein Wohlbefinden zum Maßstab macht, kann die Vorstellung nicht gelingen. Hier steht das GEMEINSAME an erster Stelle. Menschen aus 12 Nationen bieten uns eine bunte Vorstellung, an der wir unsere Freu-de haben. Ich erwarte von diesem Gottesdienst, dass wir diese Freude über die Buntheit des Miteinanders am Ausgang nicht zurück lassen. So bunt wie es hier in der Manege zugeht, so bunt darf es auch in Dresden, in ganz Sachsen sein…“ „...Menschen der großen Religionen, sind zusammen mit Menschen die keiner Religion angehören, unter diesem Dach vereint. Anscheinend funktioniert dies.“

Für diese Worte gab es von den mitfeiernden Christen, Angehörigen anderer Religionen, und von Menschen, die keiner Religionsgemeinschaft angehören, lang anhaltenden Applaus.

Es war ein beeindruckender Gottesdienst unter dem Dach des Zirkus und es ist schön dass dieser Gottesdienst zu einer guten Tradition in unserer Stadt Dresden geworden ist.

 

Kapelle in neuem Weiß

Manches dauert eben länger! Schon seit geraumer Zeit wurde immer wieder beim Kirchencafé in Dresden darüber gesprochen, daß unsere Kapelle im Gemeindezentrum eigent-lich einen neuen Anstrich bräuchte. Eigentlich…
...vor Weihnachten wurde aus eigentlich ein Tun.
In einer spontanen, adventlichen Nacht- und Nebelaktion bekam die Kapelle einen neuen Anstrich und erstrahlt seitdem in einem neuen Weiß. Fleißige Hände sorgten dafür, das die durch Kerzenruß, Weihrauchduft und Heizungsluft grau gewordene Kapelle ein neues Aussehen bekam.
An dieser Stelle sei von ganzem Herzen den ehrenamtlichen Malern unserer Gemeinde gedankt: den Herren Christoph Lichdi aus Pirna, Knispel und Debes aus Dresden.

Vielen herzlichen Dank die Mühe und Arbeit. Und vor allen Dingen für die gelungene Überraschung.

 

Der Nikolaus in der Lebenslust

Zum ersten Mal kam 2014 der Nikolaus zum Familienbrunch in den ökumenischen Stadtteiltreff in Leipzig-Wahren.

Eine gespielte Legende erzählt von zwei älteren Menschen in der Gemeinde, die das Liebste hergeben müssen, was sie an Besitztümern haben, da ihnen nichts anders mehr zum Überleben geblieben ist. Es ist ihr Teppich, der sie das ganze Leben begleitet hat. Als Händler verkleidet kauft Nikolaus dem Mann den Teppich für viel Geld auf dem Markt ab und schenkt ihn dann anschließend zu Hause der Frau. Die 36 Kinder und Eltern freuten sich aber auch über die geschenkten Äpfel, Nüsse und die grünen Hoffungszweige, die der Nikolaus in seinem Sack mitbrachte.

Der Leipziger Bennoverlag sorgte für die fair gehandelten Schokoladennikoläuse. Anschließend wurden die Teelichter, die die Herzen besonders erhellen sollten, mit Stab und Mitra geschmückt.

 

Computerschulung

Seit ca. 10 Jahren können Interessierte sich über unsere alt-katholische Gemeinde in Sachsen auf diesen Seiten hier informieren. Frank Vesper betreut diese (mehr schlecht als recht) und versucht ziemlich tagesaktuell zu sein.

Um diese "Last" etwas gleichmäßiger zu verteilen und um ein "Verwaisen" der Seite durch "Nichtpflege" - wie im letzten Jahr krankheitsbedingt leider geschehen - zu verhindern, haben sich Ende November 2014 einige Enthusiasten zusammengefunden, um vom "Admin" der Bistumshomepage John Grantham eine kleine Einweisung in die Arbeit mit dem Programm Typo3 zu erhalten. Besonders die unverkrampfte Herangehensweise der "Jugend" in Gestalt von Willibald Kugler beeindruckte doch sehr.

Im nächsten Jahr - also 2015 - soll die gewohnte Homepage "umziehen" und sich in ihrer Gestaltung der Bistumshomepage anpassen. Sie müssen sich vermutlich nur an die neuen "blauen Seiten" gewöhnen - der inhaltliche Aufbau soll ähnlich sein.

Fall Sie ebenfalls Interesse haben, an dieser Seite mitzuwerkeln lassen Sie es uns bitte hören!

 

50 Jahre Ökumenismusdekret wurde in Görlitz gemeinsam gefeiert

Bischof Wolfgang Ipolt (Görlitz) lud aus Anlass des 50. Jahrestages der Verabschiedung und Promulgation des Ökumene-Dekrets des Zweiten Vatikanischen Konzils in die Görlitzer Kathedrale ein. Mit ihm stehen Dr. Thomas Koppehl, Superintendent in der Evangelischen Kirche Berlin Brandenburg – Schlesische Oberlausitz; Propst Gert Kelter von der Selbstständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK); Pfarrerin Jill Vogt von der Brüdergemeine Herrnhut und unser Pfarrer Jens Schmidt im Altarraum.

“Die Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen ist eine der Hauptaufgaben des Heiligen Ökumenischen Zweiten Vatikanischen Konzils. Denn Christus der Herr hat eine einige und einzige Kirche gegründet, und doch erheben mehrere christliche Gemeinschaften vor den Menschen den Anspruch, das wahre Erbe Jesu Christi darzustellen; sie alle bekennen sich als Jünger des Herrn, aber sie weichen in ihrem Denken voneinander ab und gehen verschiedene Wege, als ob Christus selber geteilt wäre”, - „der Herr der Zeiten aber (…) hat in jüngster Zeit begonnen, in die untereinander getrennten Christen in reicherem Maße Zerknirschung des Herzens und Sehnsucht nach Einheit auszugießen.“ (aus dem Dekret-Text)

„Als katholische Bischöfe eines Landes, in dem vor allem die Spaltungen des 16. Jahrhunderts ihren Ursprung nahmen, hatten wir uns vorgenommen, die Würdigung dieses Konzilstextes nicht allein zu begehen, sondern gemeinsam mit Vertretern anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften. Schon das empfinde ich als ein Zeichen dafür, dass dieses Dekret nicht nur auf geduldigem Papier steht, sondern dass in diesen vergangenen 50 Jahren vieles gewachsen ist – zum einen in der katholischen Kirche selbst, aber die ökumenische Bewegung hat auch Auswirkungen auf die Christen anderer Konfessionen gezeigt und neue Früchte wachsen lassen.“ sagt Bischof Ipolt. „Wo sind unsere gemeinsamen Reichtümer? Wo ist das, was alle Christen trägt und verbindet?

Da ist zuerst die Taufe – das Grundsakrament jedes Christen. Durch sie wird der Mensch vor Gott gerecht gemacht und Christus einverleibt. Dann gehört dazu die Heilige Schrift, aus der alle Christen leben und Nahrung für ihr Leben schöpfen. Es gehören nicht zuletzt dazu die verschiedenen Früchte des Heiligen Geistes, die in den verschiedenen Gemeinschaften zu finden sind – die Zeichen der Liebe und Solidarität, Friedfertigkeit, Glaubenskraft und das Befolgen der Gebote Gottes und vieles andere mehr. Das alles lässt uns ein echter ökumenischer Geist überall entdecken, weil es von Christus her kommt und zu ihm hinführt.“

Ja, „Papier ist geduldig!“ möchte man meinen: ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer Einheit im 20. Jahrhundert war die Gründung des Weltrates der Kirchen. Die daraus neu gewachsene Gemeinsamkeit im Verständnis des Evangeliums haben die lutherischen Kirchen und die Katholische Kirche am 31. Oktober 1999 - nach 35 Jahren (!) - in Augsburg in der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre bekannt. Als große Frucht des ökumenischen Dialogs wird auch die wechselseitige Anerkennung der Taufe, die unter verschiedenen christlichen Konfessionen im Jahre 2007 (43 Jahre nach dem Konzil) in Magdeburg feierlich unterzeichnet wurde, angesehen. In diesem Geist sollten die ökumenischen Beziehungen weiter vertieft werden, die an der Basis in den Gemeinden häufig von besonderer Herzlichkeit gekennzeichnet sind.

„Möge Gott immer wieder neuen Mut schenken, den eingeschlagenen Weg weiter zu gehen, damit das große Ziel einmal erreicht wird“, so Superintendent Koppehl. „Gott segne seine Kirche in allen ihren Gliedern und führe sie zur Einheit.“ - dem ist nichts hinzuzufügen.

 

6. Kinder- und Jugendrüstzeit 2014

Unter dem Motto: „Wenn ich schwach bin, bin ich stark“ trafen sich dieses Jahr zehn Kinder- und Jugendliche, um sich gemeinsam mit dem Apostel Paulus zu beschäftigen. So stand jeden Tag ein anderes Kapitel im Mittelpunkt. Paulus als schwacher Mensch, seine Berufung, das sogenannte Apostelkonzil, die Rechtfertigung durch den Glauben allein und seine Ansichten zum Leben nach dem Tod. Höhepunkt war ein festlicher Abend am Donnerstag mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier, anschließendem Agapemahl und vielen Spielen. Außerdem stand ein Mister-X-Spiel quer durch die Erzgebirgsstadt Großrückerswalde auf dem Programm. „Aqua Marien“ das Freizeit- und Erlebnisbad von Marienberg sorgte für Spaß und vor allem Erfrischung bei langen Tagen und Nächten. Wie immer wurde viel gebastelt und gesungen. Paulus konnte in diesen Tagen als ein streitbarer Zeitgenosse unter seinen Mitmenschen wahrgenommen werden, der sicherlich nicht immer alles richtig gemacht hat, schon gar nicht unfehlbar war. Manchmal fühlte er sich sogar sehr schwach aber im Vertrauen auf Christus, den Auferstanden sagte er „Ja“, zu dem was seine Aufgabe und sein Dienst wurde.

 

Gemeindeversammlungen


Gemäß § 41 der Synodal– und Gemeindeordnung unseres Bistums fanden in den vier Teilgemeinden Herbstgemeindeversammlungen statt.

Neben Informationen über gewesene bzw. künftige Aktionen in den Gemeinden diskutierten die Gemeindemitglieder auch über die Verwendung von Kollektengelder für Diakonieprojekte und ein eventuelles Engagement der Gemeinde bezüglich eines Immobilenerwerbs und ggfs. einer (Zu-)Stiftung in ein christliches Werk.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Wahl neuer Kirchenvorstände:

Kirchenvorstandswahlen 2014

Die letzte Gemeindeversammlung hat für die kommenden 3 Jahre einen neuen Kirchenvorstand gewählt. 19,8 % aller Gemeindemitglieder haben von der synodalen Mitbestimmung Gebrauch gemacht und ihr Wahlrecht in Anspruch genommen.

In den Kirchenvorstand wurden gewählt:

1. Herr Andreas John aus Crimmitschau (25 Stimmen)
2. Herr Frank Vesper aus Neugersdorf (19 Stimmen)
3. Jens-Eberhard Jahn aus Leipzig (12 Stimmen)


Zum Ersatzmitglied wurde mit 11 Stimmen Frau Gerhild Kreutziger aus Vierkirchen gewählt.

Die Verabschiedung des alten und die Einführung des neuen Kirchenvorstandes findet am 30. November, 10.00 Uhr in der Kapelle des Gemeindezentrums in Dresden-Strehlen statt.

Anschließend Empfang und für den neuen Kirchenvorstand konstituierende Sitzung.

 

Neuer Sprecherkreis der Geistlichen im Ehrenamt

Bei der Konferenz der Geistlichen im Ehrenamt, die in Frankfurt am Main zusammengekommen waren, wurden die Mitglieder des Sprecherkreises neu gewählt. Die Geistlichen im Ehrenamt werden u.a. auch von unserem Priester Gilbert Then vertreten.

Er ist gleichzeitig gewählter Synodaler der Geistlichen im Ehrenamt für die nächsten beiden Synoden.

 

Orgelweihe

In einem Festgottesdienst wurde die neu gebaute Orgel in der Großschönauer evangelischen Kirche am 19.10.2014 geweiht. Unsere Gemeinde ist seit Jahrzenten Gast der evangelischen Gemeinde und das Orgelspiel erfeut die Gemeindemitglieder nicht nur immer wieder sondern bereichert (fast) jeden Gottesdienst. Deshalb wurde in diesem Gottesdienst auch ein "Scheck" über 1000€ zur Unterstützung des Neubaus der Orgel an die Ortsgemeinde übergeben.

 

Mitgliederversammlung des Fördervereins

Am 12.10.2014 fand eine Sitzung des Fördervereins statt. Auf ihr wurde Herr Vesper zum neuen Vorsitzenden und Frau Kreutziger als neue Schatzmeisterin gewählt. Frau Holubetz bzw. Frau Baukmeier gaben ihre Posten ab. Wir wünschen allen ein gutes Gelingen bei ihrer Arbeit.

 

59. Bistumssynode

Bei der Anfang Oktober stattgefundenen Synode des Katholischen Bistums der Alt-Katholiken in Deutschland in Mainz drehten sich mehrere Anträge um das Thema Ehe. Daneben votierte die Synode nahezu geschlossen für eine intensivere parlamentarische Kontrolle von Waffenexporten, setzte sich intensiv mit dem Thema sexualisierte Gewalt auseinander, wählte eine neue Synodalvertretung und begrüßte zahlreiche hochrangige Gäste aus der Ökumene. Unsere Synodalin, Frau Gerhild Kreuziger wird dem Kirchenvorstand Bericht erstatten und steht auch ihnen gern Rede und Antwort.

 

Gottesdienst zur Erntedank-Aktionswoche des Leipziger BUND

Am Samstagabend des 4. Oktober wurde die diesjährige Erntedank-Aktionswoche der Leipziger Regionalgruppe des BUND (Arbeitskreis Landwirtschaft) mit einem Gottesdienst eingeläutet - einem altkatholischen Gottesdienst.
Sicher war das sowohl für den BUND als auch für unsere Kirche ein Novum. Der feierliche Erntedankgottesdienst war vom Arbeitskreis Landwirtschaft zusammen mit der altkatholischen Gemeinde in Sachsen vorbereitet worden.
In der Einleitung und der Begrüßung, in Fürbitten und in einem Predigtgespräch wurden Fragen der Landwirtschaft, Ernährung und der Bewahrung der Schöpfung angesprochen: Welche Wertschätzung genießen unsere Lebensmittel? Ist uns bewußt, unter welchen ökologischen und sozialen Bedingungen sie erzeugt werden? Auch die Stellung der Tiere als Geschöpfe Gottes wurde betont - immerhin ist der 4. Oktober auch der Gedenktag Franziskus' von Assisi und daher darüber hinaus auch Welttierschutztag der UNO.

An den Gottesdienst schloss sich ein gemeinsames Abendessen an: natürlich gab es regional oder ökologisch erzeugte Speisen und Getränke.

Am Gottesdienst und dem Essen nahmen Angehörige verschiedener Konfessionen teil, fast doppelt so viele wie sonst.

„Es ist sehr schön, mit so vielen verschiedenen Menschen Erntedank zu feiern. Der BUND und die Kirche haben aber ein gemeinsames Ziel: Die Bewahrung der Schöpfung. Das beginnt mit der Frage, wie wir unsere Lebensmittel erzeugen und wie wir uns ernähren wollen“ betont Jens-Eberhard Jahn vom Kirchenvorstand der Altkatholiken in Sachsen. „Unsere Gemeinde, unsere Kirche insgesamt, könnte sich vielleicht öfter zu nahe liegenden Anlässen anderen gesellschaftlichen Gruppen öffnen.“

 

Firmung

Am Sonntag, dem 28. September 2014 kam es in Varnsdorf (Warnsdorf) zur Firmung von drei Personen unserer und drei Firmlingen der tschechischen Partnergemeinde. Gleichzeitig wurde an den 60. Jahrestag der Firmung einiger Senioren erinnert.

Zum ersten Mal feierte unser Bischof Dr. Matthias Ring, zusammen mit Bischof Dusan Hebal aus Prag, einen internationalen Firmgottesdienst.

Frau Kreuziger beschreibt ihre Eindrücke so:

Diesmal war alles ganz anders.

Schon oft habe ich in der Varnsdorfer Kirche Gottesdienste mitgefeiert. Seit meinem Beitritt zur Altkatholischen Gemeinde Mitte der Neunziger Jahre gehören die grenzüberschreitenden deutsch-tschechischen Gottesdienste mit zu meinem Kirchenalltag.
Dabei habe ich erlebt, wie die Gemeinde in Varnsdorf genau so wuchs, wie die Familie von Roland Solloch, dem tschechischen Pfarrer, einem gebürtigen Polen mit deutschen Vorfahren, der jetzt mit einer Tschechin verheiratet ist und schon häufig grenzüberschreitend in unserer Gemeinde ausgeholfen hat.
Den ältesten seiner drei Söhne vermisste ich zunächst unter den einziehenden Ministranten. Irgendwann wurde mir klar, dass er ungewohnt in „feinem Zwirn“ neben mir in der ersten Bankreihe als Firmling saß. Er sollte heute gemeinsam mit weiteren Jugendlichen aus seiner Gemeinde die Firmung durch den tschechischen Bischof Dusan Hejbal erhalten, ebenso wie ich und zwei weitere Mitglieder der sächsischen Gemeinde durch unseren deutschen Bischof Matthias Ring.
Dieser war extra aus Bonn nach Varnsdorf angereist, um uns in dem gemeinsamen Festgottesdienst in der Varnsdorfer altkatholischen Kirche zu firmen.
Es war ein toller Einzug mit ihm und dem tschechischen Bischof, mehreren Geistlichen, Ministranten und uns sieben oder acht Firmlingen. Ein buntes Bild, fröhlich in seiner Farbenpracht bei strahlendem Sonnenschein. Die Kirche war gut gefüllt, alles fühlte sich richtig gut an. Und eben irgendwie anders als sonst.
Es war großartig: ich hatte für mich das erste Mal das Gefühl, dass die Kirche (sonst als Varnsdorfer Kühlschrank bekannt) warm war. Die bunten Fenster ließen den Sonnenschein herein und ich erinnerte mich daran, wie über viele Jahre hinweg der verstorbene Pfarrkurat Franz Kramer auf seine etwas eigenwillige Art Spenden im gesamten Bistum und darüber hinaus gesammelt hatte, um die zerstörten Fenster als Zeichen der Versöhnung zwischen Deutschen und Tschechen wieder in ihren alten farbigen Zustand zu versetzen.
Vor uns die Liedzettel in gemischter Weise in deutscher und tschechischer Sprache. Der Gottesdienst wurde abwechselnd in tschechischer und deutscher Sprache gehalten. Es wurde nicht extra übersetzt, die Übersetzung stand auf dem Faltblatt. Es war so, als wenn wir schon immer zweisprachig feiern würden, jeder betete in seiner Sprache das Vaterunser.
Zwischendurch hatte ich den Eindruck, dass Bischoff Matthias kurze Zeit mal nicht wusste, wo wir inzwischen in der Liturgie angelangt waren, aber nach kurzer Orientierung nach links und rechts war er wieder im Fluss.
Ich fand es großartig. Es war alles so normal. Der Friedensgruß ging quer durch die Kirche, man ging auf völlig unbekannte Menschen zu und war erstaunt, wie selbstverständlich jeder in seiner Sprache dem anderen „Friede sei mit Dir!“ zusprach.
Ja, ich denke, wir sind angekommen im Miteinander, im Normalen, in Europa. Jedenfalls habe ich das so erlebt. Das Gefühl europäischer Dimension unserer Kirche machte sich in mir breit. Ich fühlte mich ganz als europäische altkatholische Christin. Vielleicht liegt darin die Zukunft unserer kleinen Kirche: europäisch altkatholisch.
Im Übrigen: Wir sind jetzt gefirmt - Valerie Gruber, Jörn Stoffers und ich. Für mich kann ich sagen, dass es wirklich etwas Besonderes ist, vom Bischof das Kreuzzeichen mit Salböl zu erhalten. Ich fühle mich neu. Das macht es mir nicht unbedingt leichter im Leben, es verpflichtet mich noch mehr zur Nachfolge. Muss ich jetzt besonders lieb sein? Darf ich nicht mehr aufbrausen und auch mal alten Staub auskehren? Im Gegenteil, ich fühle mich frei, ausschließlich meinem Glauben und meinem Gewissen zu folgen und nicht danach zu fragen: „was wohl die Leute sagen werden?“ Keine falschen Konventionen mehr, kein Schielen nach dem allgemeinen Wohlgefallen, große Lust, sich auf das Wagnis Nachfolge Jesu einzulassen. Voller Gottvertrauen ins Ungewisse gehen.

„Zeige mir, ha-Schem, deinen Weg. In deiner Treue werde ich gehen.
Sammle meinen Sinn, dass ich deinen Namen respektiere.“
Psalm 86, 11 (Bibel in gerechter Sprache)

Ab jetzt ist alles ganz anders!

Ach Übrigens, eins war doch wie immer: der tschechische Bischoff Hejbal sang „sein Lied“ mit Mundharmonika zur Gitarre. So wie wir ihn bald 20 Jahre kennen.

 

Gott ist es ohnehin herzlich egal, welchen Pass ein Mensch hat meint Christoph Lichdi aus Pirna:

Für mich gab es als Kind zwei verschiedene Artten von Staatsgrenzen. Die eine war die Grenze nach Österreich: Sie war nur wenige Kilometer entfernt. Von den Grenzbeamten wurden wir so gut wie nicht beachtet. Sie winkten uns sofort durch. Die Grenze war nicht wahrnehmbar, eine Fahrt z. B. nach Salzburg war etwas völlig alltägliches.
Als wir 1988 zum ersten Mal in die Heimatstadt meiner Großeltern nach Eger/Cheb in die damalige CSSR fuhren, lernte ich eine völlig andere Grenze kennen: Am Grenzübergang mussten wir lange warten, bis wir abgefertigt wurden. Dann wurden unsere Pässe genau kontrolliert. Der Pass meines Großvaters wurde überprüft, da dort als Geburtsort Eger zu lesen ist. Auch der Kofferraum musste geöffnet werden.
Wenn ich heute über die Grenzen nach Österreich, Polen oder Tschechien fahre, freue ich mich jedes Mal darüber, dass es in Europa inzwischen normal geworden ist, von einem Land ins andere fahren zu können.
Beim Firmgottesdienst in Varnsdorf kam mir ein Gedanke, der mich sehr beschäftigt hat:
Vor mehr als 25 Jahren wäre solch ein Gottesdienst nicht möglich gewesen und vor gut 70 Jahren hätten Tschechen und Deutsche eher aufeinander geschossen, als miteinander zu singen, zu beten und die Firmung zu feiern.
Umso schöner tschechisch und deutsch gebetete Vater-Unser: Jeder sprach es in seiner Sprache. Trotzdem war es ein Gebet in Gemeinschaft.
Das zeigt für mich den Sinn von Christsein: Sich nicht von Unterschieden trennen lassen, sondern Gemeinschaft zu leben und zu feiern. Gott ist es ohnehin herzlich egal,
welchen Pass ein Mensch hat.

Internationaler Alt-Katholiken-Kongress

Vom 18.-21. September 2014 fand im niederländischen Utrecht der 31. Internationale Alt-Katholiken-Kongress statt. Gleichzeitig wurde mit diesem Kongress die 125-Jahr-Feier des Bestehens der Utrechter Union gefeiert.

Aus allen Ländern, in denen die Kirchen der Utrechter Union vertreten sind, haben sich Menschen auf den Weg nach Utrecht gemachen. Auch aus unserer Gemeinde waren neben Pfarrer Schmidt und Frau auch die Kirchenvorstände Debes und Kleber dabei. Er berichtet:

Das Motto des Kongresses war: "Steh auf und geh!"
Utrecht ist schon als Stadt ein Erlebnis, aber wir wollten uns am Kongressprogramm beteiligen. Als Auftakt fand ein Gottesdienst in der alt-katholischen St. Gertrudis-Kathedrale statt, in dem wir uns in Erinnerung an unsere Taufe mit geweihtem Wasser segnen ließen.
Auch alle weiteren Gottesdienste waren liturgisch gut gestaltet.
Höhepunkt war der Festgottesdienst im Dom am Samstag, zu dem auch die vormalige niederländische Königin Beatrix uns die Ehre ihrer Teilnahme gab.
Vorträge und Workshops gab es in reichhalti-gem Angebot. Ob ich da die richtigen gewählt habe sei dahin gestellt, trotzdem waren es bereichernde Erfahrungen.
Ein Theaterstück zum Kongressthema wurde von Utrechter Gemeindemitgliedern sehr professionell aufgeführt und fand Beifall.
Am stärksten fand ich das audiovisuelle Spektakel im Kreuzgang des Domes. Mit viel Witz war die Situation unserer Kirchen gezeigt, die infolge ihrer zahlenmäßigen Kleinheit (dabei viel das Wort „Bonsai-Kirche“), Gott aber wegen ihrer Machtlosigkeit besonders lieb und wert seien.
Wenn das Wort Kleinheit gefallen ist, möchte ich sagen, dass die große Teilnehmerzahl mir das Gefühl gab, in einer großen Familien zu sein. 23 Nationen waren vertreten. Die Kongresssprachen waren niederländisch, englisch und deutsch. In den Gottesdiensten war aber auch französisch, polnisch, tschechisch und kroatisch zu hören.
Beeindruckend war für mich der Besuch des Museums Catharijne-Convent, in dem Kunstgegenstände und geschichtliche Dokumente der in Utrecht ansässigen christlichen Konfessionen ausgestellt sind, darunter auch Leihgaben der Alt-Katholischen Kirche Hollands. Im Programm nicht vorgesehen, war eine Bootsfahrt durch die Grach-ten, die die Altstadt Utrechts umschließen. Aber wir 4 Teilnehmer aus Dresden machten sie trotzdem.
Es waren sehr erlebnisreiche, schöne Tage, und ihnen möchte ich den nächsten Alt-Katholiken Kongress ans Herz legen, der in Österreich, in Baden bei Wien 2018 stattfindet.

 

Priesterweihe

Nachdem Diakon Gilbert Then aus Leipzig sein alt-katholisches Ergänzungsstudium mit dem Kolloquium abgeschlossen und die Gemeindeversammlung am 30. März eine deutliche Befürwortung seiner Priesterweihe ausgesprochen hat, wurde er am 13.9.2014 in Köln durch Bischof Dr. Matthias Ring in der ev. Antoniter-Citykirche zum Priester geweiht. Seine Primiz feierte er am folgenden Tag in seiner Heimatgemeinde in Leipzig.

 

 

Gemeindetag mit Hofgottesdienst

Am 17.08.2014 war unsere Synodalin Frau Gerhild Kreutziger Gastgeberin eines Hofgottesdienstes in Vierkirchen in Niederschlesien.

Bei trockener Witterung wurde ein "Open-Air-Gottesdienst" gefeiert. Der Singkreis Rothenburg an der Neiße unterstützte den Gemeindegesang.

Gestärkt durch Bratwurst vom Grill wurden Angriffe von Hornisse und Wespe abgewehrt, so dass Frau Kreutziger später ihre Arbeit in einem MiniWorkshop vorstellen konnte.

Nach dem gemeinsamen Kaffetrinken und guten Gesprächen erteilte Pfarrer Schmidt den Teilnehmern einen Segen für den Weg.

 

Gemeindeausflug

der Gemeinde Dresden zur Abraumförderbrücke F60

 

Dekanatstag von Joachim Debes

Es war sonnig und heiß und die deutsche Fußballnationalmannschaft arbeitete sich an diesem Abend mit einem 1:0 gegen Frankreich ins Viertelfinale der WM in Brasilien als sich ca. 15 Personen zum Dekanatswochenende im Dominikanerkloster in Leipzig einfanden.

Unter dem Motto „Zur Freiheit hat Christus euch berufen“, erwartete die Gruppe ein spirituelles, informatives und fröhliches Wochenende. Anlässlich der Gründung der Utrechter Union vor 125 Jahren und dem bevorstehenden Alt-Katholikenkongress im September diesen Jahres stand der Samstagvormittag thematisch ganz im Zeichen der Geschichte der Kirchen der Utrechter Union und dem Erleben und Erwirken von Freiheit. Dr. Christian Flügel referierte und diskutierte mit den Teilnehmern über die Entstehung und Entwicklung der alt-katholischen Kirchen der Niederlande, Deutschlands, der Schweiz und aus aktuellem Anlass die Kirche der Mariaviten.

Am Nachmittag wurde die jüngere Geschichte mit einer Führung durch das „Haus der Geschichte“ in Leipzig sogar greifbar: Leben und Umbruch in der DDR, Friedliche Revolution mit einem Tag der Entscheidung am 9. Oktober in Leipzig, etc.
Danach nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, um die Innenstadt von Leipzig auf eigene Faust zu erkunden. Das Ziel von vielen war an dem Nachmittag die „Runde Ecke“ (Haus der Stasi), die Thomaskirche mit dem Grab von Johann Sebastian Bach und die Nikolaikirche, wo am nächsten Tag die Trauerfeier für den kürzlich verstorbenen Initiator der Leipziger Friedensgebete Christian Führer stattfand.
Mit einer sehr stimmungsvollen Lichtvesper zu Beginn des Sonntags ging ein informationsreicher und weiterer heißer Sommertag zu Ende.

Mit der Eucharistiefeier in der römisch-katholischen Pfarrkirche St. Albert am Sonntagmorgen, in der Lisbeth Bihler getauft und in die sächsische Kirchengemeinde aufgenommen wurde, endete ein rundum gelungenes Dekanatswochenende.

Ein besonderer Dank gilt Dekan Ulf-Martin Schmidt, der zusammen mit Pfarrer Jens Schmidt die Tage organisiert, gestaltet und geleitet hat, Dr. Christian Flügel, der erst eine Woche vorher in Bonn zum Diakon geweiht wurde und allen, die sich an diesen Tagen mit ihrem Können und ihren Talenten eingebracht haben.

Der nächste Dekanatswochenende ist für Herbst 2015 geplant, zu dem sich interessierte Helferinnen und Helfer für Organisation und Vorbereitung gerne bei Dekan Ulf-Martin Schmidt in Berlin melden können.

 

Chorwochenende für sangesfreudige Frauen und Männer im Dekanat Ost von Joachim Debes

Sopran, Alt, Tenor und Bass waren mindestens zweifach besetzt beim ersten Gesangswochenende, das unsere Gemeinde für das Dekanat Ost ausgerichtet hat. Geboren aus einer Idee am Dekanatstag im vergangenen Jahr, doch einmal ein ganzes Wochenende nur mit Gesang zu verbingen, fanden sich vom 13. bis 15. Juni 12 Mitglieder und Freunde unserer sächsischen Gemeinde in der „Heye Villa“ in Annahütte zusammen, um verschiedene mehrstimmige Lieder u.a. aus dem alt-katholischen Liederbuch „Eingestimmt“ einzustudieren.

Die „Heye Villa“, die mit dem Slogan „Sieben Sinne statt fünf Sterne“ wirbt, war das perfekte Ambiente für dieses gelungene Wochenende und Beatrix und Ton Kersten sehr sympathische Gastgeber.

Kaum Freitagsabends angereist stand schon die erste „Gesangsstunde“ an, in dem – wie am gesamten Wochenende - der Spaß am Singen im Vordergrund stand.

Mit Übungen und Aufforderungen, wie „den Ton da fange, und da wieder loslasse“ stimmte Rahel Lichdi auf gekonnte Art und Weise die Teilnehmer auf die anstehenden Gesangseinheiten ein. Christoph Lichdi studierte dann ebenso professionell und manchmal auch mit viel Geduld die Lieder mit dem Chor ein, der sich an diesem Wochenende in dieser Zusammensetzung das erste Mal getroffen hatte. Trotz einiger falscher Töne an manchen Stellen hatten aber alle ihren Spaß und der Zusammenklang der vier Stimmen (manchmal auch mehr) wurde mit jeder Stunde harmonischer.

Der Samstag klang aus mit einem Grillabend zu Ehren von Sarah Debusmann, die an diesem Tag ihren Geburtstag feierte.

Mit dem Sonntagsgottesdienst mit Pfarrer Jens Schmidt in der evangelischen Kirche in Annahütte, der natürlich auch musikalisch mehrstimmig gestaltet wurde, und einem gemeinsamen Mittagessen fand das erste Musikwochenende einen schönen Ausklang. Alle Beteiligten waren sich einig: Das sollte nicht das letzte Gesangswochenende gewesen sein.

 

Zukunftstag“ 2014 in Dresden von Joachim Debes

Was sich so positiv anhört, verkehrt sich bei genauerem Hinsehen schnell ins Gegenteil.

Denn dieser sogenannte „Tag der deutschen Zukunft“, zu dem sich im Juni hunderte von Rechtsextremisten in Dresden trafen, führt eigentlich weit zurück in die braune Vergangenheit Deutschlands. Als ein obskures „Signal der Überfremdung“ trifft sich diese Gruppierung jedes Jahr an einem anderen Ort mit ihrem unmissverständlichen Aufruf zu Fremdenfeindlichkeit. Nach Pinneberg, Hildesheim, Braunschweig, Hamburg und Wolfsburg musste nun also in diesem Jahr Dresden, bzw. dessen Bewohnerinnen und , eine passende Antwort auf diesen Zug durch die Stadt finden. An drei Orten und auf ganz verschiedene Art und Weise zeigten Alt-Katholiken aus Sachsen Engagement unter dem Motto „Dresden ist bunt“ und beteiligten sich an verschiedenen Aktionen für Akzeptanz, Demokratie und Menschlichkeit: eine ökumenische Andacht, Gestaltung einer Mahnwache, Musik auf der Straße und ein optisches Bekenntnis zur Vielfalt der Kulturen in Form vieler bunter Fahnen am Haus halfen, ein klares Zeichen zu setzen.

Auch wenn dieser „Tag der deutschen Zukunft“ wohl so schnell nicht wieder in Dresden stattfinden wird, so ist es dennoch ratsam, wachsam zu bleiben und sich deutlich für den „Nächsten“, in welcher Form er uns auch begegnen mag, einzusetzen. Dresden hat dazu wohl wieder am 13. Februar 2015 die Gelegenheit, wenn Rechtsradikale diesen Tag der Zerstörung Dresdens als Plattform für ihre Aufmärsche und ihr menschenverachtendes Gedankengut missbrauchen wollen. Dann werden auch wir Alt-Katholiken uns wieder in die große Menschenkette um die Altstadt einreihen und in ökumenischer Art und Weise bei den Mahnwachen einbringen, um die Stadt, ihre Einwohnerinnen und Einwohner vor einer Zukunft ohne Zukunft zu schützen.

 

So war Lückendorf - Kar– und Ostertage gemeinsam verlebt von Christoph Lichdi

Es ist inzwischen eine schöne Tradition geworden, dass wir als Pfarrei der Altkatholiken in Sachsen die Kar- und Ostertage gemeinsam im Evangelischen Freizeitheim in Lückendorf im Zittauer Gebirge verbringen.

Zu Beginn feierten wir am Gründonnerstag-Abend den Gottesdienst.

Am Karfreitag war vormittags Zeit für verschiedene Programmpunkte (Bauen des Karfreitags- Kreuzes, Film mit anschließendem Gespräch, Einstudieren von mehrstimmigen Chorsätzen für die Osternacht etc.), aus denen jeder frei auswählen konnte. Nach dem Mittagessen brachen wir dann nach Tschechien auf, um zusammen mit der alt-katholischen Gemeinde aus Varnsdorf den Karfreitag zu feiern. Zu Beginn fand wie jedes Jahr der Kreuzweg in Georgenthal statt. Anschließend wurden wir im Pfarrhaus von Varnsdorf von Pfarrer Roland Solloch und seiner Familie wieder sehr herzlich aufgenommen und konnten uns mit Kaffee und Gebäck stärken, bevor wir gemeinsam die Karfreitagsliturgie feierten.

Der Karsamstag stand diesmal komplett für Gemeinschaftsunternehmungen zur Verfügung, da am Abend nur das Abendlob gefeiert wurde.

Dafür mussten wir in diesem Jahr am Ostersonntag zum ersten Mal wirklich früh aufstehen: um 5.00 Uhr morgens entzündeten wir vor dem Haus das Osterfeuer und zogen dann in einer Prozession zur Kirche in Lückendorf, um dort die Osternacht zu feiern. Am Ende der Osternacht stellten wir bei strahlendem Sonnenschein ein Osterlicht auf jedes Grab des Lückendorfer Friedhofs. Die Feier der Osternacht war in diesem Jahr noch eindrücklicher als sonst, da wir durch den Beginn in der nächtlichen Dunkelheit und dem Ende am strahlenden Ostermorgen die befreiende Botschaft von Jesu Auferstehung ganz unmittelbar erleben durften.

Die gemeinsamen Kar- und Ostertage waren eine erfüllte Zeit und haben Gemeinde erfahrbar gemacht.

 

Gemeindeversammlung in Werdau

35 Personen (davon 23 stimmberechtigte Gemeindemitglieder) trafen sich zur Frühjahrs-Gemeindeversammlung in Werdau. Neben dem Seelsorgebericht und dem Rechenschaftsbericht für das Jahr 2013, der Vorstellung des Haushaltsplanes 2014 und dem Ausblick auf Veranstaltungen in unserer Gemeinde 2014 (nähere Informationen über das Pfarramt oder hier) und der Entlastung des Kirchenvorstandes standen diverse Abstimmungen im Mittelpunkt:

Mit überwältigender Mehrheit wurde der Weihe zum Priester von Diakon Then (Leipzig) zugestimmt. Zustimmung fand ebenfalls der Vorschlag, im Herbst die Kirchenvorstände per Briefwahl zu bestimmen. Wahlberechtigt sind - wie gehabt - nur die Mitglieder unserer Gemeinde, die ihren (regelmäßigen) Kirchenbeitrag leisten.

Die Abstimmung über einen neuen Namen für unsere Gemeinde ergab ein Votum von 13:8 gegen den Namenszusatz "Adalbert" - so daß die Gemeinde weiterhin "Katholische Pfarrei der Alt-Katholiken in Sachsen" heißen wird.

Die neue Gottesdienstordnung, die im letzten Jahr in Kraft gesetzt wurde, wurde reflektiert und für sinnvoll angesehen.
Es wurde angeregt, in Zukunft mit neuen Gottesdienstformen zu experimentieren.
Im September kommt Bischof Dr. Matthias Ring zu einer internationalen Firmfeier nach Varnsdorf: Drei Mitglieder unserer Gemeinde werden gefirmt.
Über die Verwendungsmöglichkeiten unserer Finanzen wurde geschwisterlich gestritten. Der Kirchenvorstand wird der nächsten Gemeindeversammlung Vorschläge bezüglich der Verwendung des Geldes unterbreiten. Bis dahin wird es "zwischengeparkt" - Vorschläge für eine sinnvolle, ethisch vertretbare und unserer Gemeinde zugute kommenden Anlage werden gern entgegengenommen.

 

“Ein Jahr in New York” - persönliche Eindrücke

Mit einer bilderreichen Computerpräsentation teilte uns Anfang März Jens Kunstmann seine persönlichen Eindrücke über das Leben, Wohnen und Arbeiten in New York und in den USA mit.

 

Diakonische Arbeit

„Unser Leben steht unter einem guten Stern“, so lautete der rote Faden, der am Sonntag, den 05.01.2014, durch den Gottesdienst führte.

In diesem Gottesdienst überreichte der 1. Vorsitzende des Kirchenvorstandes, Herr Joachim Debes, Herrn Mäthger vom Diakonischen Werk eine Spende von 1000,00 € für die ökumenische Arbeit der Wohnungslosen-Nachtcafes in der Stadt Dresden. Diese Spende setzte sich zusammen aus 500,00 €, die uns durch den alt-katholischen Diakonieverein unseres Bistums zur Verfügung gestellt wurde und 500,00 €, die in den Gottesdiensten der Adventszeit gesammelt wurden. Beim anschließenden Gemeindetreff berichtete Herr Mäthger von den Aufgaben der ehrenamtlichen Frauen und Männer, die sich in den ökumenischen Wohnungslosen-Nachtcafes engagieren.

Mit durchschnittlich bis zu 24 wohnungslosen Menschen pro Nacht, öffnen seit 1995 die Nachtcafes in den Wintermonaten. Getragen wird diese Arbeit von über 170 engagierten Helferinnen und Helfern.
Die Erfahrungen zeigen, dass Wohnungslosigkeit kein Randproblem ist. Durch die Nachtcafes wird diese Notlage sichtbar. Durch freiwilliges Engagement ist es gelungen, wohnungslosen Menschen ein Dach über dem Kopf und die Möglichkeit der Begegnung zu bieten. Zeit, Mitgefühl und Toleranz sind kostbare Güter in einer sich schneller um sich drehenden Gesellschaft. Es sind die Verlassenen und Verdrängten um die es geht. Mit dem „Ökumenischen Wohnungslosen-Nachtcafé in Dresdener Kirchgemeinden“ hat sich ein Hilfenetz aus sichtbar und unsichtbar gesponnenen Fäden entwickelt.
Es bleibt für die Menschen, die dieses Angebot nutzen, zu hoffen, dass sich dieses Angebot gelebter Nächstenliebe erhält.