Gemeindebrief

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Freundinnen und Freude unserer altkatholischen Gemeinde,

in keinem Land gibt es so viele verschiedene Brotsorten wie bei uns in Deutschland. Man staunt in einer guten Bäckerei über die Fülle der unterschiedlichsten Brote. Vielleicht drückt sich in dieser Vielfalt eine Wertschätzung für dieses wichtige Grundnahrungsmittel aus.
Brot ist mehr als nur ein Lebensmittel.

In unserer Sprache steht „Brot„ für das Lebensnotwendige. Arbeit ist „Broterwerb„. Manche Berufe werden als „brotlos„ bezeichnet, weil man damit nicht so einfach seinen Lebensunterhalt bestreiten kann.

Für uns Christen hat „Brot„ seine besondere Bedeutung. Nicht umsonst hat der Rabbi und Lehrer Jesus Brot häufig als Bild benutzt bis hin, dass er sich selbst beim letzten Abendmahl als Brot sah: „dann brach er das Brot, reichte es den Jüngern und sagte: Nehmt und esst; das ist mein Leib„ (Mt 26,26). Im „heiligen Brot„ der Eucharistie wird die Nähe Jesu Christi spürbar und „schmeckbar„. Es ist mehr als nur eine Erinnerung an das letzte Abendmahl. Jesus selbst möchte uns stärken und Kraft geben im Auf und Ab unseres Lebens, ein Grundnahrungsmittel der anderen Art. „Ich bin das Brot des Lebens„, sagt er (Joh 6,35 ff.).

Trotz einer überreichen Auswahl an Speisen und Getränken bei uns hat ein einfaches Mahl immer noch seinen eigenen Reiz und Geschmack. Etwas Käse, ein Glas guter Rotwein und ein Stück frisch gebackenes Brot – was braucht es mehr. Es gibt mittlerweile die verschiedensten Bewegungen und Vereine in der Gesellschaft, die sich um eine Rückführung auf Wesentliches bemühen. Weniger ist mehr. „Der Verein zur Verzögerung der Zeit" aus Klagenfurt stellt sich gegen eine immer weiter fortschreitende Beschleunigung in Arbeit und Freizeit. Er lädt zum Innehalten und Nachdenken ein. „SlowFood„ setzt sich für Qualität, Ökologie und Genuss beim Essen und Trinken ein.

Christlicher Glaube ist eine Reduzierung auf das Wesentliche des Lebens. In der Einfachheit des biblischen Christseins kann ich eine Tiefe und einen Reichtum entdecken angesichts von heutiger Fülle und Vielfalt, die verwirrt und häufig oberflächlich bleibt. In den einfachen Gaben von Brot und Wein im Abendmahl kann ich mich stärken lassen und neuen Geschmack an diesem Glauben finden. In der Einfachheit und Reduktion gibt es so manches zu entdecken. Versuchen sie es einmal.

Viele haben als Kinder im Grundschulalter an einer Erstkommunionvorbereitung teilgenommen. Es ist eine erste Hinführung in das Geheimnis dieses „Heiligen Brotes„. Jesu Nähe in der Kommunion immer neu erfahren, schmecken und erkennen ist aber ein lebenslanger Kommunionkurs.

So wünsche ich uns allen, dass wir immer wieder neu bestärkt werden durch diese Nähe Jesu Christi in Brot und Wein und dieses Glaubensgeheimnis neu und tiefer entdecken.

Es grüßt Sie herzlich

Ihr Pfarrer
Armin Luhmer


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