Tschechien

Neuer Bischof in Tschechien

Am 1. April wurde Dr. Pavel Benedikt Stránský (38) in Prag zum neuen Bischof für die alt-katholischen Kirche in Tschechien geweiht. Bischof Dr. Stránský wurde am 8. April 2016 von der Wahlsynode der tschechischen Kirche gewählt und folgt Bischof Dušan Hejbal nach, der in Ruhestand getreten ist. Stránský wurde 1978 geboren und ist verheiratet. 1998 trat er der alt-katholischen Kirche bei und wurde 2003 zum Priester geweiht. Bislang war er Pfarrer der Gemeinde Zlin, in der er bereits als Diakon gewirkt hatte. Er ist der vierte Bischof der alt- katholische Kirche Tschechiens.

 

Für Informationen über unsere tschechische Schwesterkirche klicken Sie bitte hier:

www.starokatolici.cz

oder direkt zu unser Nachbargemeinde (siehe untenstehenden Artikel)

www.starokatolicivdf.com

 

Die tschechische Nachbargemeinde Varnsdorf

Die Ortschaft Großschönau mit ihrer alt-katholischen Gemeinde grenzt direkt an das benachbarte tschechische Varnsdorf (Warnsdorf).

Mit der Verkündigung des Dogmas von 1870 folgte im benachbarten Böhmen eine starke Bewegung, die sich in der alt-katholischen Kirche sammelte.

"Am 8. Juli 1871 widersprach der Priester Anton Nittel öffentlich der Lehre von der päpstlichen Unfehlbarkeit und bildete mit 3000 Angehörigen dieser Stadt eine alt-katholische Gemeinde, welche ihn zu ihrem Priester wählte, sich am 16.März 1872 eine Verfassung gab und im Jahre 1877 staatlich anerkannt wurde."

...steht auf einer Gedenktafel in der ersten nach 1870 erbauten alt-katholischen Kirche Mitteleuropas. Der erste Gottesdienst in der neoromanischen Kirche in Warnsdorf fand an Weihnachten 1874 statt.

Bereits in den siebziger Jahren des 19. Jahrhundert wurde ein alt-katholisches Bistum in Warnsdorf errichtet, das die Jurisdiktion für die gesamte Österreichisch-ungarische Monarchie besaß. Die Gläubigen waren fast ausschließlich Deutsche. Auch nach Bildung der Tschechischen Republik blieb Warnsdorf Bischofssitz. Unter den Sudetendeutschen gab es im Jahr 1930 17000 alt-katholische Christen. In Warnsdorf waren im Jahr 1930 von 23000 Einwohnern 3644 alt-katholisch - am Ende des Zweiten Weltkrieges ca. 5000.

Nach der Vertreibung der Deutschen 1945 blieb die Kirche Eigentum der alt-katholischen Kirche in Tschechien. Da die Gemeinde aber kaum noch Glieder hatte wurde der Bischofssitz nach Prag verlegt, wo er sich noch heute befindet.

Heute gibt es in Varnsdorf (Warnsdorf) ein Pfarramt in der Tyrsova 1232 gegenüber der Kirche. Pfarrer Roland Solloch – ein Pole mit deutschen Vorfahren und tschechischer Frau – sammelt wöchentlich seine kleine Gemeinde zum Gottesdienst. Ein weiterer Schwerpunkt kirchlicher Arbeit in Tschechien bildet der soziale Betreuungsdienst von Kindern.

Zwischen den Gemeinden in Sachsen und Nordböhmen gibt es schon seit vielen Jahren gute Kontakte. Nach Verlegung des Pfarramtes 1984 nach Großschönau intensivierten sich diese noch.

Die Warnsdorfer Kirche wurde in den 90er Jahren - auch durch Spendenmittel der deutschen Gemeinden, aber auch durch internationale Hilfe - liebevoll renoviert. Zur Wiedereinweihung 1996 fand ein Versöhnungsgottesdienst der deutschen und tschechischen Ortsgemeinden statt, dem sich ein Jahr der Versöhnung anschloss.

Die Fenster der Kirche wurden neu verglast – auch wieder eine Aufgabe, die ohne internationale Hilfe nicht zu bewerkstelligen wäre. Der Förderkreis der alt-katholischen Gemeinde in Sachsen spendete ebenfalls für dieses Vorhaben.

Am Samstag, 23. August 2002 feierten die tschechische und die deutsche Gemeinde in der alt-katholischen Kirche in Varnsdorf (Warnsdorf) einen gemeinsamen Gottesdienst, und anlässlich der Feierlichkeiten zur Aufnahme der Tschechischen Republik und der Republik Polen in die Europäische Union fand der Dekanatstag der ostdeutschen Gemeinden am 8.Mai 2004 in Warnsdorf zusammen mit den Gemeinden aus Jelenia Gora (Polen) und Varnsdorf (Tschechien) hier statt.

Seit Jahren feiert die deutsche und die tschechische Gemeinde den Ostergottesdienst gemeinsam.

Durch die Öffnung des Straßengrenzüberganges zwischen Großschönau und Varnsdorf verkürzt sich der Weg zwischen beiden Gottesdienstorten beträchtlich - und beide Gemeinden werden so noch einfacher aufeinander zugehen können.

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